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4-Tage-Woche: Wie funktioniert das Arbeitsmodell?

13. Dezember 2020

Nicht nur durch Corona, sondern auch in Zeiten zunehmender Bedeutung der Work-Life-Balance und der Digitalisierung sind alternative Arbeitszeitmodelle immer mehr auf dem Vormarsch. Eines davon ist die 4-Tage-Woche, bei der Mitarbeiter nur noch vier Tage pro Woche arbeiten – allerdings bei vollem Lohnausgleich. Die dahinterstehende Idee ist, durch eine kürzere Arbeitszeit die Zufriedenheit und damit Produktivität von Mitarbeitern zu erhöhen.

Wie funktioniert die Vier-Tage-Woche?

Die Vier-Tage-Woche ist ein Vollzeit-Arbeitsmodell. Anders als bei einer Teilzeitbeschäftigung oder Freistellung stehen dem Arbeitnehmer das volle Gehalt sowie alle im Betrieb üblichen Sozialleistungen zu. Die 4-Tage-Woche beginnt üblicherweise am Montag und endet mit dem Donnerstag – Freitag bis Sonntag ist „Wochenende“.

Auf der Seite des Arbeitgebers bedeutet die 4-Tage-Woche als Normalarbeitszeit, dass das Arbeitspensum erhalten bleibt, allerdings in vier Tagen abgeleistet werden muss. Auf diese Weise spart das Unternehmen Lohnkosten ein, erhält aber gleichzeitig die Produktivität im Betrieb aufrecht oder steigert sie sogar. Dadurch, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Ergebnis mehr Arbeit in kürzerer Zeit schaffen, werden sie produktiver und damit zufriedener – so zumindest zahlreiche Studien.

Welche Vorteile hat das Modell der 4-Tage-Woche?

Insbesondere aus Sicht des Betriebsrats kommt es für die Einführung einer kürzeren Arbeitswoche – auch zur Überzeugung des Arbeitgebers – wesentlich auf ihre Vorteile an. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Mitarbeiter haben mehr Zeit für Hobbys, Familie, Freunde sowie die Pflege naher Angehöriger.
  • Durch das verlängerte Wochenende bleibt mehr Zeit fürs „Abschalten“ und die Erholung vom Job.
  • Kostenersparnisse auf Arbeitgeberseite.
  • Erhöhung der Arbeitgeberattraktivität, verbesserte Personalgewinnung.
  • Weniger Fehltage.

Allen möglichen Vorteilen und Studienergebnissen zum Trotz blicken viele Unternehmen der 4-Tage-Woche noch immer skeptisch gegenüber. Die Bedenken: Mitarbeiter sind schlechter erreichbar, das Arbeitsmodell hat negativen Einfluss auf die Karrierechancen oder es entstehen Versorgungslücken in Krankenkasse und Rentenversicherung. Weiterhin glauben viele Vorgesetzte nicht, dass sich die Produktivität auf diese Weise tatsächlich steigern lässt und haben Angst vor zu hohen Personalkosten.

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  • Muster-Betriebsvereinbarung Arbeitszeitflexibilisierung

Hier gilt es als Betriebsrat, die Initiative zu ergreifen. Machen Sie dem Arbeitgeber konkrete Vorschläge zur Umsetzung vor Ort und zeigen Sie gleichzeitig die Vorteile der 4-Tage-Woche auf. Bieten Sie ihm an, eine Art Testgruppe ins Leben zu rufen, die das neue Arbeitsmodell im normalen Arbeitsalltag näher unter die Lupe nimmt. Fakt ist: Zahlreiche Betriebe eignen sich für ihre Einführung.

Wie verbreitet ist die kürzere Arbeitswoche bereits?

Die 4-Tage-Woche wurde in 2019 erstmals im großen Stil getestet – von Microsoft Japan und mehr als 2200 Mitarbeitern. Nach eigener Aussage des Unternehmens verlief die Testphase erfolgreich und das Modell wird Schritt für Schritt weiter etabliert. Die Vorteile wie Steigerung der Produktivität und Verbesserung der Mitarbeiterzufriedenheit haben sich mehr als deutlich gezeigt.

Auch die IG Metall plant aktuell die Einführung der 4-Tage-Woche in Gewerkschaftsbetrieben, unter anderem mit folgenden Argumenten:

  • Bewältigung der Corona-Krise durch reduzierten Mitarbeiterkontakt.
  • Anpassung an den Strukturwandel.
  • Weitere (oben genannte) Vorteile.

Fazit: Setzen Sie sich als Betriebsrat für die Einführung der 4-Tage-Woche ein!

Die Vier-Tage-Woche ist ein echter Fortschritt, verbessert die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie die Zufriedenheit von Mitarbeitern. Als Betriebsrat sollten Sie mit Beschäftigten sprechen, Argumente sammeln und dem Arbeitgeber konkrete Vorschläge machen. Mit einer strukturierten Vorgehensweise gelingt möglicherweise auch in Ihrem Unternehmen die Einführung des neuen Arbeitsmodells!

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