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Unternehmen des Monats: Siemens führt Home-Office für über 140.000 Mitarbeiter ein

22. Dezember 2020
betriebsrat des monats Bild von: Alexey Novikov / Adobe Stock

Nicht nur in Zeiten von Corona, sondern bereits vor der Pandemie sowie in der Zeit danach spielt die Vereinbarkeit von Familie und Beruf eine immer wichtigere Rolle. Teilzeit, Telearbeit sowie wegfallende Kernarbeitszeiten sind hier ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Auch der Münchner Industriekonzern Siemens hat die Pandemie zum Anlass genommen, Home-Office für über 140.000 Mitarbeiter – und damit rund die Hälfte der gesamten Belegschaft – einzuführen.

Die Vorteile – das verspricht sich Siemens vom Home-Office

Um persönliche Kontakte zwischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einzuschränken und damit einen wichtigen Beitrag zur Eindämmung des Coronavirus zu leisten, wurde das Modell der Telearbeit bei Siemens bereits während der Pandemie zunehmend ausgebaut. Die während dieser Zeit gewonnene, positive Erfahrung möchte der Konzern seinen Mitarbeitern mit der dauerhaften Beibehaltung und Erweiterung des bewährten Konzepts in Form zusätzlicher Freiheit zurückgeben.

Telearbeit – umgangssprachlich auch Home-Office oder mobiles Arbeiten  genannt – bietet für Konzern und Mitarbeiter spürbare Vorteile:

  • Flexiblere Freizeitplanung durch eingeschränkte oder wegfallende Kernarbeitszeiten.
  • Bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie.
  • Wegfallende Fahr- und Stauzeiten.
  • Motivationssteigerung.

Gleichzeitig erhöhe Telearbeit die Attraktivität des Unternehmens auf dem Arbeitsmarkt, so der Personalmanager des Konzerns, Jochen Wallisch. Das „New Normal Working Model“ führte auch im Konzern zur Auflösung zahlreicher Vorurteile und ermöglichte den Blick auf die vorteilhaften Seiten des Home-Office.

Welche Einschränkungen gibt es?

Laut Siemens wird Home-Office zwar weiter ausgebaut und für viele Mitarbeiter zumindest an einigen Tagen in der Woche ermöglicht, einen garantierten Anspruch auf den Telearbeitsplatz soll es aber nicht geben. Dennoch machen sich Betriebs- und Personalrat für einen konstanten Ausbau des Arbeitsmodells, den auch der Konzern selbst bekräftigt, stark.

Klar ist aber auch, dass bestimmte Arbeitsplätze nicht für eine Tätigkeit im Home-Office geeignet sind – dies betrifft insbesondere Mitarbeiter in Entwicklung, Fertigung und Produktion. Das Ziel sei aber, rund 140.000 Arbeitsplätze im Unternehmen zumindest für zwei bis drei Tage wöchentlich Home-Office-fähig zu machen. In Deutschland sind 45.000 Arbeitsstellen von dieser positiven Entwicklung betroffen.

Wird es weitere Verbesserungen geben?

Von Arbeitnehmerseite aus wird der Schritt in Richtung flächendeckendem Home-Office mehr als nur begrüßt. Gleichzeitig sollen aber auch andere Aspekte wie Ergonomie am Arbeitsplatz oder weitgehende Teilzeitmöglichkeiten fortlaufend verbessert werden. Denn: Auch im Home-Office wäre es langfristig nicht tragbar, Kolleginnen und Kollegen am Küchentisch oder auf der Couch arbeiten zu lassen. Vielmehr gelten die Grundsätze für ergonomische Arbeitsplätze – wie sie auch im Konzern vorhanden sind – dort entsprechend.

Außerdem sollen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor einer Arbeitsüberlastung sowie Entgleisung der täglichen Arbeitszeit geschützt werden. Neben dem Risiko, Beruf und Familie nicht mehr klar trennen zu können, laufen Arbeitnehmer auch Gefahr, sich durch die freie Zeiteinteilung zu über- und ihre anderweitigen Verpflichtungen zu unterschätzen. Auf diese bekannten Risiken im Home-Office gilt es auch bei Siemens zu achten.

Fazit: Siemens geht mit der Zeit – und das auch nach Corona

Mit der „Telearbeits-Offensive“ geht der Siemens-Konzern einen weiteren Schritt in Richtung Digitalisierung und Modernisierung, der insbesondere aus Betriebsratssicht zu begrüßen ist. Hier gilt es in Zukunft, zu beobachten und bei weitere Optimierungen an den richtigen Stellschrauben zu drehen. In jedem Fall hat sich der Münchner Weltkonzern mit seinen umfassenden Plänen zur Flexibilisierung der Arbeit das Prädikat „Unternehmen des Monats“ mehr als verdient!

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