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Das Sabbatical: Möglichkeiten für Beschäftigte

01. März 2022
elternzeit verlängern - verkürzen

Immer mehr Beschäftigte wünschen sich die Möglichkeit einer Auszeit auf Zeit. Viele Arbeitgeber stehen dem allerdings immer noch kritisch gegenüber. Letztendlich schaden sie sich damit häufig selbst. Denn die Möglichkeit eines Sabbaticals bedeutet Familienfreundlichkeit und ist damit ein wichtiger Baustein im Hinblick auf die Arbeitgeberattraktivität.

Sabbatical als Arbeitszeitmodell

Das Sabbatical ist ein Arbeitszeitmodell, über das Sie oder Ihre Kollegen eine längere Zeit, meist 3 bis 12 Monate, aus dem Job aussteigen und nach dieser Zeit an Ihren Arbeitsplatz zurückkehren können. Voraussetzung ist, dass die entsprechende vertragliche Grundlage mit dem Arbeitgeber geschaffen wird. Ohne Vertrag funktioniert das schließlich nicht. Zudem haben Sie bzw. Ihre Kollegen keinen Anspruch auf ein Sabbatical.

Sie haben keine Beteiligungsrechte

Als Betriebsrat haben Sie leider keine unmittelbaren Beteiligungsrechte bei der Ausgestaltung von Sabbaticals. Ein Mitbestimmungsrecht kann unter Umständen zum Tragen kommen, wenn für Sabbaticals Arbeitszeitkonten zum Ansparen der Arbeitszeit festgelegt werden (§ 87 Abs. 1 Nr. 4 Betriebsverfassungsgesetz).

Tipp:  Betriebsvereinbarung schließen. Da Sie kein direktes Mitbestimmungsrecht haben, sollten Sie mit Ihrem Arbeitgeber eine Betriebsvereinbarung zu dem Thema schließen.

Für das Sabbatical gibt es verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten, die je nach Umständen des Einzelfalls gewählt werden können. Die Auszeit kann folgendermaßen ausgestaltet werden:

Nutzung eines Lebensarbeitszeit-bzw. Langzeitkontos

Hierbei werden über eine längere Zeit Plusstunden auf einem Arbeitszeitkonto angespart. Diese können sich durch Überstunden oder nicht genommenen Urlaub ergeben. Dabei sind allerdings die gesetzlichen Vorschriften z. B. zur maximalen Arbeitszeit pro Tag zu beachten. Sind genügend Stunden zusammengekommen, geht man ins Sabbatical. Gehalt und Sozialversicherung laufen normal weiter.

Unbezahlter Urlaub

Kollegen gönnen sich eine unbezahlte Auszeit und vereinbaren mit Ihrem Arbeitgeber, dass das Arbeitsverhältnis währenddessen ruht. Hier muss der Kollege selbst vorsorgen. Er muss finanzielle Rücklagen bilden und auch an den Krankenversicherungsschutz während der Auszeit denken.

Sonderform von Teilzeit

Hier gibt es Modelle, bei denen über 3 Jahre 40 Stunden pro Woche gearbeitet, aber nur 30 bezahlt werden. Das 4. Jahr ist dann frei.

Was vertraglich geregelt werden sollte

Neben der Frage des Ansparens bzw. der unbezahlten Auszeit sollte die Vereinbarung zum Sabbatical folgende 5 Punkte klären:

1. Dauer des Sabbaticals: Die Dauer einer Auszeit muss vorab schriftlich geklärt werden. Sonst haben die Betroffenen keine Planungssicherheit. An die Dauer muss auch Ihr Arbeitgeber sich halten, er kann den Kollegen nicht früher zurückrufen.

2. Rückkehr: Es sollte geregelt werden, wie die Rückkehr an den Arbeitsplatz ausgestaltet wird.

3. Wettbewerbsverbot: Geregelt werden sollte, ob der Kollege – falls das Geld während der Auszeit knapp werden sollte – bei der Konkurrenz tätig werden darf.

4. Urlaub: Eine Regelung zum Urlaub des Kollegen sollte ausdrücklich getroffen werden.

5. Kündigung ausschließen: Ich empfehle Ihnen bzw. den an einem Sabbatical interessierten Kollegen, eine ordentliche Kündigung während der Auszeit per Vereinbarung auszuschließen.

Sabbatical

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