Muster-Betriebsvereinbarung: Fehlzeitenmanagement

29. Oktober 2018

Sind die Fehlzeiten in Ihrem Unternehmen noch nicht geregelt, könnten Sie dies durch diese Betriebsvereinbarung nachholen?

Fehlzeitenmanagement

Zwischen dem Arbeitgeber und dem Betriebsrat wird folgende Betriebsvereinbarung zur Senkung von Fehlzeiten durch gesundheitsfördernde Maßnahmen geschlossen:

Präambel

Ziel dieser Betriebsvereinbarung ist es, die Fehlzeitenquote im Betrieb durch gesundheitsfördernde Maßnahmen zu senken. Arbeitgeber und Betriebsrat verpflichten sich, darauf zu achten, dass gesundheitliche Risiken minimiert werden. Konkrete betriebliche Ursachen sollen erkannt und nach Möglichkeit beseitigt werden. Im Mittelpunkt der betrieblichen Gesundheitsförderung stehen deshalb die Beschäftigten. Ihr Wohlbefinden soll gesteigert werden.

§ 1 Geltungsbereich

Diese Betriebsvereinbarung gilt für alle Beschäftigten des Betriebs.

§ 2 Allgemeine Grundsätze

Arbeitgeber und Betriebsrat verpflichten sich, ein Höchstmaß an vorbeugendem Arbeits- und Gesundheitsschutz zu erreichen und zu erhalten. Für den betrieblichen Arbeitsschutz ist grundsätzlich der Arbeitgeber verantwortlich. Er muss für eine geeignete Arbeitsschutzorganisation im Betrieb sorgen und die erforderlichen Mittel bereitstellen.

§ 3 Mitwirkung des Betriebsrats

Der Betriebsrat ist in die betriebliche Gesundheitsförderung aktiv eingebunden und unterstützt den Arbeitgeber bei der Durchführung der entsprechenden Maßnahmen.

Er kümmert sich aktiv um die ständige Verbesserung der bisherigen Maßnahmen. Die gesetzlichen Mitbestimmungs- und Mitwirkungsrechte bleiben hiervon unberührt.

§ 4 Einbindung der Beschäftigten

Die Zusammenarbeit zwischen Arbeitgeber, Betriebsrat und den Arbeitnehmern ist für die Verwirklichung des Arbeits- und Gesundheitsschutzes unabdingbar. Die Mitwirkung der Beschäftigten ist eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass effektive Schutzmaßnahmen und Gesundheitsförderungsprogramme festgelegt werden können, getroffene Maßnahmen von den Beschäftigten akzeptiert und unterstützt werden sowie die Wirksamkeit der Maßnahmen ermittelt und bewertet werden kann.

Alle Beschäftigten sind deshalb aufgefordert, sich aktiv an den gesundheitsfördernden Maßnahmen zu beteiligen. Zudem trifft sie die Pflicht, etwaige von ihnen festgestellte Gefahren umgehend zu melden (§ 16 Arbeitsschutzgesetz).

§ 5 Organisation des Arbeitsschutzes

Über notwendige Arbeitsschutzmaßnahmen entscheiden Arbeitgeber und Betriebsrat gemeinsam. Sie gründen dazu einen Arbeitsschutzausschuss. Dieser ist paritätisch mit je 2 Personen von Arbeitgeber- und Betriebsratsseite sowie der Fachkraft für Arbeitssicherheit besetzt. Alles Nähere zum Arbeitsschutz wird in der gesonderten Betriebsvereinbarung „Arbeitsschutz“ geregelt, die sich im Anhang befindet.

§ 6 Arbeitskreis Gesundheit

Zur Unterstützung des Arbeitgebers und des Betriebsrats wird ein Arbeitskreis Gesundheit gegründet. Dieser erarbeitet Vorschläge für Programme zur betrieblichen Gesundheitsförderung, entwickelt Maßnahmen und setzt diese um.

§ 7 Gesundheitsförderprogramme

In enger Zusammenarbeit mit der Betriebskrankenkasse werden zur Aufrechterhaltung der Gesundheit gezielte Gesundheitsförderprogramme angeboten. Die Teilnahme an diesen Kursen ist freiwillig. Durch die Nichtteilnahme dürfen einem Arbeitnehmer keine Nachteile entstehen. Die Kosten trägt der Arbeitgeber.

§ 8 Fehlzeitengespräch

Fehlt ein Arbeitnehmer innerhalb von 12 Monaten länger als 4 Wochen, wird im Rahmen eines Fehlzeitengesprächs geklärt, was getan werden kann, um seine Fehlzeit zu verringern, und durch welche spezifischen Maßnahmen einer erneuten Arbeitsunfähigkeit vorgebeugt werden kann. Dadurch soll sichergestellt werden, dass der Arbeitnehmer arbeits- und einsatzfähig bleibt. Das Fehlzeitengespräch wird zwischen dem betroffenen Arbeitnehmer und dem jeweiligen Vorgesetzten geführt. An dem Gespräch kann auf Wunsch des Arbeitnehmers ein Betriebsratsmitglied teilnehmen.

§ 9 Schlussbestimmungen

Die Betriebsvereinbarung tritt mit beiderseitiger Unterschrift in Kraft. Sie kann mit einer Frist von 6 Monaten zum Ende eines Kalenderjahrs gekündigt werden. Im Fall einer Kündigung wirken die Regelungen bis zum Abschluss einer neuen Betriebsvereinbarung zu diesem Thema nach.

Ort, Datum, Unterschriften

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