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Kündigung: Wie oft muss abgemahnt werden?

18. January 2022

Lesezeit 1 Minute

Frage: Wir haben einen Kollegen, der es mit den Hygieneregeln nicht so genau nimmt. Er trägt zwar eine Maske, verhüllt damit allerdings nicht oder nur unzureichend seine Nase. Bis dato hat ihn unser Arbeitgeber wegen der Pflichtverletzung einmal ermahnt und einmal abgemahnt. Nun zieht er in Erwägung, dem Kollegen verhaltensbedingt zu kündigen. Darüber hat er uns informiert. Wir finden eine 2. Abmahnung angemessener. Nun behauptet er, dadurch würde die Warnfunktion der Abmahnung verloren gehen, er müsse kündigen. Wie ist die Rechtslage?

Treten Sie weiter für eine 2. Abmahnung ein

Antwort: Die Anzahl der Abmahnungen vor einer Kündigung richtet sich in der Regel nach der Schwere der Pflichtverletzung. Je schwerer die Pflichtverletzung ist, desto eher wird Ihr Arbeitgeber bereits nach einer Abmahnung kündigen können, wenn der Kollege das beanstandete Verhalten wiederholt. Bei leichten Pflichtverstößen wie etwa Verspätungen sollte Ihr Arbeitgeber in der Regel mehrfach – meist 3-mal – abmahnen. Mehr als 3 Abmahnungen muss und sollte er allerdings auch bei leichten Verstößen nicht aussprechen, da sonst tatsächlich die Warnfunktion verloren geht.

Unter Umständen reicht eine Abmahnung

Der von Ihnen geschilderte Fall scheint mir ein Grenzfall zu sein. Wegen der aktuell geltenden 3G-Regel und der Pflicht zum Tragen einer medizinischen Maske ist die Gefahr, die von dem Mitarbeiter für andere Kollegen ausgeht, noch begrenzt. Das gilt jedenfalls so lange, wie das Infektionsgeschehen nicht von Omikron bestimmt wird. Allerdings setzt der Kollege durch sein Verhalten Dritte durchaus einem höheren Risiko aus.

Problematisch ist, dass sich Ihr Kollege offensichtlich nicht einsichtig zeigt. Das wäre nämlich ein Aspekt, der dafür spricht, dass eine Abmahnung reicht. Da die Rechtsprechung zu diesem Thema noch sehr begrenzt und vage ist, wäre Ihr Arbeitgeber auf der sicheren Seite, wenn er 2-mal abmahnen würde, bevor er kündigt. Setzen Sie sich dafür ein, dass er den Kollegen noch ein weiteres Mal abmahnt. Entscheidet Ihr Arbeitgeber sich trotz Ihrer Einwände für eine Kündigung, nutzen Sie Ihre Stellungnahme, um Ihre Bedenken zu äußern.

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