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Lohnerhöhung und Inflation – was können Sie als Betriebsrat tun?

12. April 2022

Lohnerhöhung & Inflation – was können Sie als Betriebsrat tun?

Nicht zuletzt durch die Corona-Pandemie und durch den Krieg in der Ukraine ist Deutschland in einer Phase der Inflation. Besonders Geringverdiener und Teilzeitkräfte bekommen das zu spüren. Trotz Arbeit können die Lebenshaltungskosten kaum noch gedeckt werden. Aber was können Sie als Betriebsrat hier tun? Können Sie Ihren Kollegen überhaupt helfen?

Lohn- und Gehaltsgestaltung? Diese Mitbestimmungsrechte haben Sie

Natürlich können Sie die politischen und wirtschaftlichen Wechselwirkungen nicht außer Kraft setzen, aber dennoch sind Sie bei der Lohngestaltung mit von der Partie. Sie haben nach § 87 Abs. 1 Nr. 10 Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG) grundsätzlich immer ein Mitbestimmungsrecht, wenn es um Fragen der betrieblichen Lohngestaltung geht. Und das sollten Sie gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten nutzen. Ihr Mitbestimmungsrecht umfasst vor allen Dingen

  • der Aufstellung von Entlohnungsgrundsätzen und
  • der Anwendung und Einführung neuer Entlohnungsmethoden.

Daneben bestimmen Sie mit bei der Frage

  • der Zeit,
  • des Ortes und
  • der Art der Auszahlung der Arbeitsentgelte.

Tipp: Schließen Sie eine Betriebsvereinbarung ab Über diese „Lohnstandards“ sollten Sie mit Ihrem Arbeitgeber eine Betriebsvereinbarung abschießen, um Ihre Kolleginnen und Kollegen optimal abzusichern.

Individuelle Gehaltsvereinbarungen laufen ohne Sie

Ihr Mitbestimmungsrecht greift immer nur dann ein, wenn ein kollektiver Bezug gegeben ist. Ein kollektiver Bezug liegt immer dann vor, wenn die Höhe der Zahlung von allgemeinen Kriterien abhängig gemacht wird, beispielsweise von

  • Zeiten der Betriebszugehörigkeit,
  • Fehl- bzw. Krankzeiten,
  • soziale Kriterien oder
  • Leistungszielen.

Ein erzwingbares Mitbestimmungsrecht haben Sie außerdem bei

  • detaillierten Entgeltsystemen,
  • der Festlegung auf bestimmte Entgeltsysteme,
  • der Festsetzung von Entgeltgruppen,
  • der Ein- und Durchführung von Leistungszulagen und
  • allgemeinen Sonderzahlungen.

Aber: Immer, wenn es um den individuellen Arbeitsvertrag eines Angestellten geht, dann bleiben Sie außen vor. Soll Herr Meier einen € mehr in der Stunde bekommen, dann kann er dies frei mit Ihrem Arbeitgeber vereinbaren. Ohne Sie!

Verschaffen Sie sich einen Überblick: Welche Lohnsysteme im Betrieb gelten können

Ihr Arbeitgeber kann zwischen verschiedenen Lohnsystemen wählen. Je nach konkreter kollektiver Ausgestaltung bestimmen Sie dann mit:

  • Allgemeine Vergütung – der Normalfall

Hierunter ist die Bezahlung eines Mitarbeiters für vorher festgelegte Zeitabschnitte, beispielsweise pro Stunde oder pro Monat, zu verstehen.

  • Akkordlohn – Zahlung nach individueller Leistung

Bei der Festlegung eines Akkordlohns haben Sie nach § 87 Abs. 1 Nr. 11 BetrVG ein Mitbestimmungsrecht.

  • Provision – hier lohnt sich der Einsatz für den Mitarbeiter

Bei diesem Modell Arbeitgeber und Mitarbeiter üblicherweise ein bestimmtes Gehaltsfixum und einen variablen Teil, also eine Erfolgsvergütung.

Diese bestimmt sich nach der vom einzelnen Mitarbeiter erreichten Leistung. Hier bestimmen Sie bei der Frage, wie das Verhältnis des Fixums zur Provision hat, mit.

  • Tantieme – besonderer Anreiz für den einzelnen Mitarbeiter

Ähnlich wie bei der Provision wird hier ein Teil des Gehalts als Variable ausgestaltet. Der Unterscheid besteht jedoch darin, dass es hierbei nicht auf das Erreichen eines persönlichen Ziels ankommt, sondern auf ein Erfolgsziel des Unternehmens insgesamt. Sie bestimmen hier ebenfalls bei der Frage mit, wie das Verhältnis von Fixum zu Provision ist.

  • Tariflohn – bindend für alle Mitarbeiter

In vielen Bereichen richtet sich die zu zahlende Vergütung nach Tarifverträgen. In diesen Fällen haben Sie kein Mitspracherecht, da der Schutz der Angestellten bereits durch den Tarifvertrag gesichert wird. Ein Mitbestimmungsrecht kann sich jedoch durch Öffnungsklauseln im Vertrag ergeben

Machen Sie sich für Sonderzahlungen stark

Warum? Weil Sonderzahlungen ein willkommenes Geschenk für alle Mitarbeiter sind, für ein gutes Betriebsklima und Mitarbeiterbindung sorgen.

Sonderzahlungen sind Antrieb für gute Leistungen

Sonderzahlungen werden in fast allen Betrieben gezahlt. Es gibt sie in unterschiedlichsten Formen, etwa:

  • Weihnachtsgeld
  • Urlaubsgeld
  • Sondervergütungen
  • übertarifliche Leistungen
  • Gratifikationen oder
  • 13. Monatsgehalt

Wann immer es wirtschaftlich möglich ist, sollte Ihr Arbeitgeber Sonderzahlungen leisten. Denn zum einen motivieren sie die Mitarbeiter, zum anderen bieten diese gerade für Mitarbeiter, die im Niedriglohnsektor arbeiten, zumindest einen Monat an Entlastung. Mit dem folgenden Schnell-Check können Sie feststellen, ob die Einführung einer Sonderzahlung für Ihren Betrieb sinnvoll ist:

Schnell-Check: Wann Sonderzahlungen im Betrieb sinnvoll sein können

Ihr Arbeitgeber will bei der Gehaltszahlung flexibel und ungebunden sein.q
Ihr Arbeitgeber sichert sich mit Sonderzahlungen auch gegen Wirtschaftskrisen – denn die zusätzliche Leistung kann viel leichter gestrichen werden als eine Lohnerhöhung für alle Mitarbeiterq
Sonderzahlungen sind gerade in Zeiten des Fachkräftemangels ein guter finanzielle Anreiz für die Mitarbeiterbindungq

So weit geht Ihre Mitbestimmung bei Sonderzahlungen

Ob Ihr Arbeitgeber Sonderzahlungen einführt, das bleibt ihm überlassen. Entscheidet er sich aber dafür, dann können Sie bei dem „Wie“ mitbestimmen. Also dabei, ob die Sonderzahlungen auch gerecht verteilt werden.

Das heißt für Sie, dass Sie bei den folgenden Punkten nicht mitbestimmen:

  • ob Ihr Arbeitgeber überhaupt Sonderzahlungen leistet,
  • wieviel Geld er insgesamt einsetzen will und
  • welchen Zweck die Zahlungen verfolgen sollen.
  • Belohnung der Mitarbeiter für die geleistete Arbeit,
  • Belohnung für ihre Betriebstreue.

Denken Sie nun – nachdem Sie die Vorteile und die Sinnhaftigkeit von Sonderzahlungen kennen, dass sich die Sonderzahlungen auch für Ihre Kollegen und Kolleginnen lohnen können, dann sollten Sie mit Ihrem Arbeitgeber von vornherein Klarheit in den Arbeitsverträgen oder mit einer Betriebsvereinbarung schaffen. Achten Sie darauf, dass folgende Punkte geklärt sind. Der folgende Schnell-Check hilft dabei.

Schnell-Check: Das gehört in eine Betriebsvereinbarung

Regelungspunkt für Gratifikationenerledigtoffen
Höhe und Fälligkeit der Sonderzuwendung  
eindeutige Bedingungen für den Anspruch auf diese Sonderzuwendung  
Folgen eines vorzeitigen Ausscheidens des Mitarbeiters  
Folgen eines Ruhens des Arbeitsverhältnisses  
eventuell eine Rückzahlungsklausel für den Fall der Beendigung des Arbeitsverhältnisses  
Regelung wann die Sonderzahlung eingestellt werden kann (etwas Umsatzrückgang um … %).  

Mit solchen Regelungen sorgen Sie für einen verbindlichen Rahmen. Sie sind darüber hinaus auf alle Eventualitäten vorbereitet und können eindeutig reagieren und Kosten sparen. Verbindliche Regeln sparen Ihnen teure Streitigkeiten.

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Steigern Sie den Druck auf Ihre Gewerkschaften

In diesem Jahr finden bei vielen großen Gewerkschaften, zum Beispiel der IGM die Tarifverhandlungen statt. Viele von Ihnen als Betriebsräten sind gewerkschaftlich organisiert.

Erhöhen Sie den Druck auf Ihre Gewerkschaften.

In der Gehaltsverhandlung geht es üblicherweise um eine Gehaltserhöhung von 5 bis 10 %. Das muss dieses Jahr auf alle Fälle ausverhandelt werden. Denn bis zu 3% mehr Gehalt gilt als Inflationsausgleich. Das wäre die absolute Minimalforderung. Um Ihnen einen Überblick zu verschaffen, welche Tarifverhandlungen 2022 stattfinden und um wie viele Mitarbeiter es geht, habe ich Ihnen eine Aufstellung gemacht. Sie werden sehen, für die Gewerkschaft lohnt sich der Einsatz bei den hohen Mitarbeiterzahlen absolut:

Tarifverhandlungen 2022
ZeitBrancheMitarbeiterzahl in 1.000
Januar 2022:Versicherungsgewerbe Druckindustrie170.000 125.000
März 2022Chemische Industrie Privates Verkehrsgewerbe Baden-Württemberg581.000 95.000
Mai 2022Eisen- und Stahlindustrie Maler- und Lackiererhandwerk92.000 123.000
Juni 2022Dachdeckerhandwerk Kunststoffverarbeitende Industrie Bayern88.000 78.000
September 2022Metall- und Elektroindustrie3.813.000
November 2022Privates Verkehrsgewerbe Bayern Volkswagen AG133.000   102.000
Dezember 2022Öffentlicher Dienst Bund und Gemeinden Leiharbeit/Zeitarbeit Bewachungsgewerbe verschiedene Regionen Deutsche Post AG2.712.000   835.000   152.000 140.000

Ist das Unternehmen nicht tarifgebunden, dann sollten auch Sie an Ihren Arbeitgeber herantreten und auf alle Fälle Lohnerhöhungen in Höhe der Inflationsrate fordern (als Minimum). Denn die Kollegen und Kolleginnen müssen hier einen Ausgleich spüren. Machen Sie dem Arbeitgeber klar, dass er sonst mit Abwanderung der Mitarbeitenden rechnen muss.

Von A bis Z: So erhalten Ihre Kollegen mehr Netto vom Brutto

Schlagen Sie Ihrem Arbeitgeber eine Nettolohnoptimierung mit Zuschussleistungen vor. Was Sie aber jetzt schon und ganz konkret tun können, ist für eine Nettolohnoptimierung zu sorgen. Ihr Arbeitgeber kann seinen Beschäftigten Zahlungen und Sachleistungen gewähren, die steuerfrei oder steuerbegünstigt sowie beitragsfrei in der Sozialversicherung sind. Somit bleibt den Beschäftigten denn mehr Netto vom Brutto übrig. Was sofort zu einer Entlastung führen kann. Eine Entlastung, die auch bei der nächsten Lohnerhöhung noch bleibt. Nutzen Sie die folgenden Optimierungsmöglichkeiten:

Vergütungsbestandteil/ZuwendungKonditionen/Beispiele
Aufmerksamkeiten 1: Getränke und Genussmittel zum Verzehr im Betrieb (R 19.6 Abs. 2 Lohnsteuerrichtlinien (LStR))  steuer- und beitragsfrei, sofern es sich nicht um Mahlzeiten handelt Beispiele: Mineralwasser, Säfte, Kaffee, Tee, Obst, Kekse, aber auch unbelegte Backwaren wie Brötchen oder Brezeln (BFH, 3.7.2019, VI R 36/17).  
Aufmerksamkeiten 2: Arbeitsessen (R 19.6 Abs. 2 LStR)  Mahlzeiten während eines außergewöhnlichen Arbeitseinsatzes (z. B. Besprechung oder Inventur), um den Arbeitsablauf günstig zu gestalten). Der Wert der Mahlzeit darf höchstens 60 € pro Mitarbeiter betragen.  
Aufmerksamkeiten 3: Geschenke aus persönlichem Anlass (R 19.6 Abs. 1 LStR)  Persönliche Anlässe sind beispielsweise Geburtstag, Hochzeit, Geburt eines Kindes. Bei dem Geschenk muss es sich um eine Sache handeln (z. B. Blumen, aber kein Geld!) und der Wert darf höchstens 60 € pro Anlass betragen.  
Belegschaftsrabatte auf Waren und Dienstleistungen Ihres Unternehmens (§ 8 Abs. 3 EStG)  steuer- und beitragsfrei im Wert bis 1.080 € pro Mitarbeiter und Jahr.  
Zuwendung Konditionen/Beispiele Betriebliche Altersversorgung über Direktversicherung, Pensionskasse oder Pensionsfonds (§ 3 Nr. 63 EStG, § 1 Abs. 1 Nr. 9 SvEV, § 23 Abs. 2 BetrAVG)  Im ersten Arbeitsverhältnis: • steuerfrei bis 8 % der Beitragsbemessungsgrenze West der Rentenversicherung (2022: 564 €/Monat oder 6.768 €/Jahr) • beitragsfrei bis 4 % der Beitragsbemessungsgrenze West der Rentenversicherung (2022: 282 €/Monat oder 3.384 €/Jahr) • Bei Entgeltumwandlung müssen Sie einen Zuschuss von 15 % des umgewandelten Entgelts an die Versorgungseinrichtung zahlen.
Corona-Prämie (§ 3 Nr. 11a EStG)Bis zu 1.500 € pro Mitarbeiter in der Zeit vom 1.3.2020 bis 31.3.2022 sind steuer- und beitragsfrei nur zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn.  
Dienstwagen zur privaten Nutzung (§ 6 Abs. 1 Nr. 4 EStG)  Der steuer- und beitragspflichtige geldwerte Vorteil wird nach den tatsächlichen Kosten (Fahrtenbuchmethode) oder nach der 1-%-Regel ermittelt. Die 1-%-Regel wenden Sie in der Regel auf den vollen Bruttolistenneupreis an bzw. bei reinen E-Autos auf 25 % des Bruttolistenneupreises und bei Hybridautos auf 50 % des Bruttolistenneupreises.
E-Auto, Ladestation 1: private Nutzung (§ 3 Nr. 46 EStG)  Erlauben dem Arbeitgeber dem Mitarbeiter, eine ortsfeste betriebliche Ladestation privat zu nutzen, ist dies steuer- und beitragsfrei. Ebenso kann eine Ladestation zur privaten Nutzung überlassen werden. nur zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn  
E-Auto, Ladestation 2: Übereignung (§ 40 Abs. 2 Nr. 6 EStG, § 1 Abs. 1 Nr. 3 SvEV)  Übereignet der Arbeitgeber dem Mitarbeiter eine Ladestation unentgeltlich oder verbilligt, kann er den geldwerten Vorteil mit 25 % pauschal versteuern. Sozialversicherungsbeiträge fallen dann nicht an. nur zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn  
Erholungsbeihilfen (§ 40 Abs. 2 Nr. 3 EStG)  Pro Jahr können Sie 156 € für den Mitarbeiter, 104 € für seinen Ehepartner und 52 € für jedes Kind mit 25 % pauschal versteuert und beitragsfreizahlen.  
Essensmarken/verbilligte Mahlzeiten im Betrieb (§ 8 Abs. 2 EStG, R 8.1 Abs. 7 LStR)  Steuer- und beitragsrechtlich wird die Mahlzeit mit dem amtlichen Sachbezugswert (2022: 3,57 € für ein Mittagessen) abzüglich einer eventuellen Zuzahlung des Mitarbeiters bewertet. Dies gilt bei Essensmarken, sofern der Wert der Essensmarke 2022 höchstens 6,67 € beträgt und Sie keine Essensmarken für Abwesenheitstage ausgeben. Die Pflicht zur Erfassung der Abwesenheitstage entfällt, Ihrem Mitarbeitern höchstens 15 Essensmarken pro Monat ausgeben werden, sofern der Mitarbeiter im Durchschnitt an höchstens 3 Arbeitstagen pro Monat Auswärtstätigkeiten nachgeht.  
Fahrrad 1: leihweise Überlassung zur privaten Nutzung (§ 3 Nr. 37 EStG)  steuer- und beitragsfrei, wenn das Fahrrad zusätzlich zum ohne hin geschuldeten Arbeitslohn überlassen wird. Sonst ermitteln Arbeitgeber den steuer- und beitragspflichtigen geldwerten Vorteil nach der 1-%-Regel. Dabei rechnen sie bei einem Fahrrad, das sie erstmals in der Zeit vom 1.1.2019 bis 31.12.2030 überlassen, mit 25 % des Bruttolistenpreises (Erlass der obersten Finanzbehörden der Länder vom 9.1.2020).  
Fahrrad 2: Übereignung an den Mitarbeiter (§ 40 Abs. 2 Satz 1 Nr. 7 EStG, § 1 Abs. 1 Nr. 3 SvEV)  Übereignen Arbeitgeber das Fahrrad zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn kostenlos oder verbilligt, können sie den geldwerten Vorteil mit 25 % pauschal versteuern. Sozialversicherungsbeiträge fallen dann nicht an.  
Fahrt zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte 1: eigener Pkw (§ 40 Abs. 2 EStG)  Arbeitgeber können für die ersten 20 km 0,30 € pro Entfernungskilometer und dann 0,35 € beitragsfrei auszahlen und mit 15 % pauschal versteuern. nur zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn Der Fahrtkostenzuschuss mindert die Entfernungspauschale, die der Mitarbeiter in seiner Steuererklärung geltend machen darf.  
Fahrt zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte 2: Bus und Bahn im Nahverkehr (§ 3 Nr. 15 EStG, § 40 Abs. 2 EStG)  Variante 1: Jobticket zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn: steuer- und beitragsfrei; mindert die Entfernungspauschale des Mitarbeiters Variante 2: Jobticket mit 25 % pauschal versteuert: beitragsfrei und ohne Anrechnung auf die Entfernungspauschale  
Fahrt zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte 3: Sammeltransport (§ 3 Nr. 32 EStG)  steuer- und beitragsfrei  
Gesundheitsfördernde Maßnahmen (§ 3 Nr. 34 EStG)  Bis zu 600 € pro Mitarbeiter und Jahr sind steuer- und beitragsfrei nur für von den Krankenkassen zertifizierte Maßnahmen nur zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn  
Kinder-/Angehörigenbetreuung 1: kurzfristige Betreuung (§ 3 Nr. 34a EStG)  Bis zu 600 € pro Jahr sind steuer- und beitragsfrei für die Betreuung von • Kindern, die das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, oder • die aufgrund einer vor Vollendung des 25. Lebensjahres eingetretenen Behinderung außerstande sind, sich selbst zu unterhalten. nur zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn nur wenn die Betreuung aus beruflichen Gründen zwingend erforderlich ist bei Bedarf auch im Haushalt des Mitarbeiters  
Kinder-/Angehörigenbetreuung 2: Beratung und Vermittlung (§ 3 Nr. 34a EStG)  Steuer- und beitragsfrei sind zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn geleistete Zahlungen an ein Dienstleistungsunternehmen, das Mitarbeiter in der Betreuung von Kindern und pflegebedürftigen Angehörigen berät oder Betreuungspersonen vermittelt.  
Kinderbetreuung: nicht schulpflichtige Kinder (§ 3 Nr. 33 EStG)Steuer- und beitragsfrei ist die Betreuung, Unterbringung und Verpflegung in Kindergärten und vergleichbaren Einrichtungen (z. B. Krippe, Tagesmutter oder Ganztagespflegestelle), nicht aber im Haushalt des Mitarbeiters. nur nachgewiesene Kosten nur zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn  
PC/Handy 1: leihweise Überlassung zur privaten Nutzung (§ 3 Nr. 45 EStG)steuer- und beitragsfrei gilt für sämtliche Datenverarbeitungs- und Telekommunikationsgeräte und deren Zubehör sowie für System- und Anwendungsprogramme, die Sie auch in Ihrem Betrieb nutzen, und für Dienstleistungen, die damit zusammenhängen (z. B. Installation, Inbetriebnahme, Reparatur)  
PC/Handy 2: Übereignung an den Mitarbeiter (§ 40 Abs. 2 Satz 1 Nr. 5 EStG)  Übereignen Arbeitgeber einem Mitarbeiter Datenverarbeitungsgeräte und/oder Zubehör unentgeltlich oder verbilligt, können sie den geldwerten Vorteil mit 25 % pauschal versteuern. Sozialversicherungsbeiträge fallen dann nicht an. Auch Zuschüsse zu den Kosten des privaten Internetzugangs können mit 25 % pauschal versteuert und beitragsfrei gezahlt werden. nur zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn
Sachbezüge 1: bis 50 €/Monat (§ 8 Abs. 2 Satz 11 EStG)steuer- und beitragsfrei bis 50 € pro Monat Beispiele: Benzingutschein, Geschenkkarte, aber keine Geldkarte. nur zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn  
Sachbezüge 2: z. B. Incentivereise (§ 37b EStG)  30 % Pauschalsteuer bei Zuwendungen im Wert bis 10.000 € pro Mitarbeiter und Jahr, volle Beitragspflicht nur zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn  
Unfallversicherung 1: Gruppenunfallversicherung mit Rechtsanspruch des Mitarbeiters gegen die Versicherung (§ 40b Abs. 3 EStG)  20 % Pauschalsteuer und beitragsfrei, sofern der Durchschnittsbeitrag pro Mitarbeiter und Jahr höchstens 100 € ohne Versicherungssteuer beträgt. nur zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn  
Unfallversicherung 2: ohne Rechtsanspruch des Mitarbeiters (BMF-Schreiben vom 28.10.2009)  Beiträge werden erst im Versicherungsfall steuerpflichtig, und zwar maximal bis zur Versicherungssumme.  
Unterstützung in Notfällen (§ 3 Nr. 11 EStG, R 3.11 Abs. 2 LStR)  Bis 600 € pro Mitarbeiter und Jahr sind nach Anhörung von Arbeitnehmervertretern steuer- und beitragsfrei, z. B. bei Vermögensverlust durch Hochwasser oder Brand.  
Vermögensbeteiligung am Unternehmen des Arbeitgebers (§ 3 Nr. 39 EStG, § 1 Abs. 1 Nr. 1 SvEV)  Bis 1.440 € pro Mitarbeiter und Jahr sind steuer- und beitragsfrei, bei Entgeltumwandlung jedoch beitragspflichtig.  
Weiterbildungsmaßnahmen (§ 3 Nr. 19 EStG)  steuer- und beitragsfrei, sofern die Maßnahme der Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit des Mitarbeiters dient
Zuschläge für Sonn-, Feiertags- und Nachtarbeit (§ 3b EStG, § 1 Abs. 1 Nr. 1 SvEV)  Steuer- und beitragsfrei sind maximal diese Zuschläge zum Grundlohn: • 25 % bei Nachtarbeit von 20 bis 6 Uhr bzw. 40 % bei Nachtarbeit von 0 bis 4 Uhr, wenn die Arbeit vor 0 Uhr aufgenommen wurde • 50 % bei Sonntagsarbeit • 150 % bei Arbeit an Heiligabend ab 14 Uhr, am 25.12, 26.12. und 1.5. • 125 % bei Arbeit an anderen gesetzlichen Feiertagen sowie an Silvester ab 14 Uhr Beitragsfreiheit besteht nur bei einem Grundlohn bis 25 € pro Stunde.  

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Sie sehen, auch wenn wir nicht direkt in die Wirtschaft eingreifen können, gibt es doch immer Möglichkeiten, dass Ihren Kolleginnen und Kollegen mehr Geld in der Tasche verbleibt. Nutzen Sie diese!

Betriebsrat Inflation Lohnerhöhung
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