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Auszubildende: So unterstützen Sie Ihre jungen Kollegen, damit sie gut starten

15. August 2022

Lesezeit 4,5 Minuten

Auszubildende: So unterstützen Sie Ihre jungen Kollegen, damit sie gut starten

Deutschland ist weltweit bekannt für seine guten Ausbildungen. Nachdem sich die Situation wegen der Coronapandemie 2020, aber auch 2021 verschlechtert hatte, geht es inzwischen wieder bergauf. Das Angebot an Ausbildungsplätzen ist 2021 bereits wieder gestiegen. 2022 sollen noch mehr Azubis eingestellt werden. Lesen Sie, wie Sie helfen können, Ihre jungen Kolleginnen und Kollegen erfolgreich zu integrieren.

Berufliche Bildung ist wichtig

Auch die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge im dualen System ist wieder gestiegen. Das sind gute Nachrichten. Schließlich sichert die berufliche Bildung nach wie vor den Fachkräftenachwuchs. Und der bleibt – Coronapandemie hin oder her – ein knappes Gut. Dementsprechend ist es wichtig, dass Ihr Arbeitgeber jungen Menschen eine gute Ausbildung und ein attraktives Ausbildungsumfeld bietet. Als Betriebsrat sollten Sie ihn dabei unterstützen. Zudem ist es Ihre Aufgabe, sich um die Auszubildenden zu kümmern.

Sie sind verpflichtet, sich um jugendliche Arbeitnehmer und Auszubildende zu kümmern

Das Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG) hat die Wahrung und Förderung der Interessen und Belange der Jugendlichen und der Auszubildenden zu einer besonderen Aufgabe von Ihnen gemacht (§ 80 Abs. 1 Nr. 3 und 5 BetrVG). Zudem haben Sie im Bereich der Berufsbildung umfangreiche Beteiligungsrechte.

Der Begriff Berufsbildung in §§ 96 ff. BetrVG ist weit gefasst. Darunter fallen sowohl die Aus- als auch die Weiterbildung. Ausbildung in diesem Sinne meint die Vermittlung der erforderlichen Berufserfahrungen durch Ihren Arbeitgeber bzw. den bestellten Ausbilder. Die Weiterbildung von Ihnen und Ihren Kollegen erfasst in erster Linie die Fortbildung. Aber: Auch die Umschulung gehört dazu.

Wie Ihr Arbeitgeber Ihren Kolleginnen und Kollegen das Wissen vermittelt, spielt keine Rolle. Die von ihm getroffene Maßnahme muss lediglich berufsbezogen sein.

Beispiele für berufsbezogene Maßnahmen

►  Ausbildungsmaßnahmen für Praktikanten und Volontäre

►  betriebliche Lehrgänge und Seminare

►  Bildungsprogramme

►  Vorträge zu einzelnen Themen

►  Anleitung zur Bedienung neuer Maschinen

►  Veranstaltungen zum Zweck des Erfahrungs- und Informationsaustauschs

►  Besuch von Messen und Kongressen

►  Traineemaßnahmen für Führungskräfte 

! Achtung: Sie haben ein Beratungsrecht

Bei allen Angelegenheiten, die Ihre und die Berufsbildung Ihrer Kollegen betreffen, haben Sie ein Beratungsrecht (§ 96 Abs. 1 Satz 2 BetrVG). Ein echtes Mitbestimmungsrecht können Sie aber nicht geltend machen.

Bei betrieblichen Maßnahmen bestimmen Sie mit

Bei allen Fragen, die die Durchführung betrieblicher Maßnahmen betreffen, steht Ihnen aber ein Mitbestimmungsrecht zu (§ 98 BetrVG). Solche Maßnahmen liegen immer dann vor, wenn Ihr Arbeitgeber die Weiterbildungsmaßnahme veranstaltet. Voraussetzung ist zudem, dass er tatsächlich Einfluss auf den Inhalt und die Organisation der Veranstaltung nehmen kann.

So nutzen Sie Ihr Vorschlagsrecht optimal

Damit Sie überhaupt die Chance haben, Ihrem Arbeitgeber die richtigen Maßnahmen vorzuschlagen, können Sie von ihm verlangen, dass er den Berufsbildungsbedarf im Unternehmen ermittelt (§ 96 Abs. 1 Satz 2 und 3 BetrVG). Nutzen Sie dieses Recht

Wie Sie Ihren Anspruch umsetzen

Möchten Sie als Betriebsrat den Berufsbildungsbedarf ermitteln, ist Ihr Arbeitgeber verpflichtet, die voraussichtlichen künftigen Anforderungen an die jeweiligen Arbeitsplätze, den erforderlichen Personalbedarf und die dazu notwendigen Qualifikationen dem derzeitigen Istzustand in Ihrem Unternehmen gegenüberzustellen.

§ 80 Abs. 1 Nr. 3 BetrVG

Der Betriebsrat hat folgende allgemeine Aufgaben:

3. Anregungen von Arbeitnehmern der Jugend- und Auszubildendenvertretung entgegenzunehmen und, falls sie berechtigt erscheinen, durch Verhandlungen mit dem Arbeitgeber auf eine Erledigung hinzuwirken; er hat die betreffenden Arbeitnehmer über den Stand und das Ergebnis der Verhandlungen zu unterrichten.

Wichtig: Ihr Arbeitgeber muss mit Ihnen beraten

Nach § 96 Abs. 1 Satz 2 BetrVG muss Ihr Arbeitgeber mit Ihnen alle Fragen der betrieblichen und außerbetrieblichen Berufsbildung beraten. Davon sind vor allem die Beratung über das Ergebnis des ermittelten Bildungs­ bedarfs und die individualrechtliche Gestaltung der Maß­ nahmen erfasst. Dazu gehört z. B. auch die Aufnahme einer Klausel in eine Vereinbarung mit einem Kollegen bezüglich einer Rückzahlung der Fortbildungskosten für den Fall, dass er das Unternehmen auf eigenen Wunsch vorzeitig verlässt.

Wenn ein Auszubildender bei Ihnen im Betrieb anfängt

Bevor ein Jugendlicher eine Ausbildung in Ihrem Betrieb startet, schließt Ihr Arbeitgeber mit ihm einen Ausbildungsvertrag, § 10 Abs. 1 Berufsbildungsgesetz (BBiG). Dabei reden Sie als Betriebsrat – wie bei allen anderen Arbeitsverträgen auch – nicht mit. Wie sonst sind Sie aber bei der Einstellung gefragt, § 99 Abs. 1 Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG). Die wichtigsten Punkte, auf die Sie bei Beginn der Ausbildung achten sollten, habe ich kurz und knapp hier zusammengestellt.

§ 22 Abs. 1 BBiG

Während der Probezeit kann das Berufsausbildungsverhältnis jederzeit ohne Einhalten einer Kündigungsfrist gekündigt werden.

Vereinbarung einer Probezeit möglich

Ihr Arbeitgeber und der Auszubildende werden im Rahmen des Ausbildungsvertrags auch eine Probezeit von mindestens 1 und höchstens 4 Monaten vereinbaren (§ 20 BBiG). Diese kann sich um eventuelle Ausfallzeiten verlängern. Wegen des besonderen Schutzes der Auszubildenden ist die Probezeit kürzer als bei anderen Arbeitsverhältnissen.

Setzen Sie sich für eine gute Einarbeitung ein

Gleich zu Beginn der Ausbildung müssen den Auszubildenden die wichtigsten Fragen zu den Arbeitszeiten und Pausenzeiten, den Anforderungen an das Führen eines Berichtshefts und Ähnliches beantwortet werden. Ihr Arbeitgeber hat zudem die Erstunterweisung zur Arbeitssicherheit durchzuführen.

Die Erstunterweisung erfolgt unter Ihrer Beteiligung als Betriebsrat. Soweit erforderlich wird zudem die persönliche Schutzausrüstung an die jungen Kolleginnen und Kollegen ausgeteilt.

Stellen Sie sich den neuen Auszubildenden zeitnah persönlich vor

Auf jeden Fall sollten Sie gleich in den ersten Tagen die Gelegenheit erhalten, sich den Auszubildenden persönlich vorzustellen. Im Rahmen Ihrer Vorstellung berichten Sie ihnen dann über die Arbeit Ihres Gremiums. Erläutern Sie Ihren neuen Kolleginnen und Kollegen die Vorteile und Vielfältigkeit Ihrer Aufgaben. Schließlich kommt aus diesen Reihen letztlich auch der Nachwuchs für Ihre Betriebsratsarbeit.

Besuchen Sie die Auszubildenden immer wieder am Arbeitsplatz

Gerade während der Anfangsphase sollten Sie die neuen Auszubildenden häufiger am Arbeitsplatz besuchen. Fordern Sie sie zudem auf, Ihnen auch zwischendurch ihre Probleme persönlich, per Telefonanruf, E-Mail, Brief, WhatsApp, als persönliche Nachricht auf Facebook oder auch anonym mitzuteilen.

Gleiches gilt für Ihre Jugend- und Auszubildendenvertretung. Auch sie sollte die neuen Auszubildenden über ihr Wirken und ihre Ziele unterrichten. Schließlich vertritt sie nicht nur die Belange der jugendlichen Arbeitnehmer, sondern auch die der in der Berufsausbildung stehenden Arbeitnehmer, also der Azubis.

So kann das Ausbildungsverhältnis gekündigt werden

Während der Probezeit kann das Ausbildungsverhältnis von beiden Seiten ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist und ohne Angabe von Gründen schriftlich gekündigt werden (§ 22 Abs. 1 BBiG). Nach Ablauf der Probezeit kann Ihr Arbeitgeber das Ausbildungsverhältnis nur noch außerordentlich aus wichtigem Grund kündigen (§ 22 Abs. 2 Nr. 1 BBiG).

Der Kündigungsgrund kann dabei in einem wiederholten Verstoß des Auszubildenden gegen seine Pflichten aus dem Berufsausbildungsverhältnis bestehen. Beispiel: Ein Azubi schwänzt trotz Ermahnungen immer wieder den Berufsschulunterricht. Es kann sich aber auch um Störungen aus dem Vertrauensbereich handeln, die auch bei Ihren anderen Kollegen eine außerordentliche Kündigung rechtfertigen würden.

Außerordentliche Kündigung nur im Ausnahmefall möglich

An die Wirksamkeit der außerordentlichen Kündigung eines Ausbildungsverhältnisses werden generell sehr strenge Maßstäbe gestellt. Dabei gilt: Je näher der Auszubildende an seinem Ziel, der Abschlussprüfung, ist, desto schwieriger wird die Kündigung. Zudem verlangt die Rechtsprechung meistens die vorherige Abmahnung.

Tipp: Vorherige Anhörung ist ein Muss

Als Betriebsrat müssen Sie auch bei der Kündigung eines Auszubildenden vorher angehört werden (§ 102 BetrVG). Klären Sie im Rahmen des Gesprächs mit Ihrem Arbeitgeber, ob es keine anderen Möglichkeiten gibt, den Auszubildenden weiterzubeschäftigen. Hören Sie sich zudem die Position des von der Kündigung bedrohten Auszubildenden an und lassen Sie Argumente, die für ihn sprechen, mit in Ihre Beurteilung einfließen.

Welches Gehalt Ihren Auszubildenden zusteht

Es gibt immer wieder Arbeitgeber, die glauben, Auszubildende extrem schlecht bezahlen zu dürfen. Das geht allerdings nicht. Ihr Arbeitgeber ist vielmehr verpflichtet, Ihren jungen Kolleginnen und Kollegen eine angemessene Vergütung zu zahlen. Im Hinblick auf die Not der Arbeitgeber, gute Auszubildende zu finden, dürfte das eigentlich gar kein Thema mehr sein. Die Praxis zeigt allerdings, dass einige Arbeitgeber auch weiterhin gern an den Kosten für die Ausbildung sparen.

Je qualifizierter der Auszubildende, desto mehr verdient er

Was angemessen ist, hängt von der jeweiligen Ausbildung und dem Ausbildungsjahr ab. Ihr Arbeitgeber ist verpflichtet, die Vergütung entsprechend dem Ausbildungsfortschritt mindestens einmal jährlich zu erhöhen, § 17 Abs. 1 Berufsbildungsgesetz (BBiG).

! Achtung: Für faire Bezahlung einsetzen

Setzen Sie sich dafür ein, dass das Ausbildungsgehalt in Ihrem Betrieb zumindest dem Durchschnitt entspricht. Als Betriebsrat haben Sie in Lohn­ und Gehaltsfragen ein Mitbestimmungsrecht nach § 87 Abs. 1 Nr. 10 Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG). Sie können mitbestimmen, wenn es um die Grundsätze der Entlohnung geht.

Setzen Sie sich für umfassende Ausbildung ein

Die Hauptaufgabe Ihres Arbeitgebers ist es, dafür zu sorgen, Ihren Kolleginnen und Kollegen in der Ausbildung in der vorgesehenen Zeit ein breites berufliches Grundwissen und die Kenntnisse und Fertigkeiten zu vermitteln, die sie später zur Ausübung ihres Berufs benötigen (§ 14 Abs. 1 BBiG).

Reden Sie regelmäßig mit Ihren jungen Kolleginnen und Kollegen und finden Sie in den jeweiligen Gesprächen heraus, ob Ihr Arbeitgeber seinen Pflichten auch tatsächlich nachkommt. Sollten Sie dabei auf Mängel stoßen, führen Sie ein Gespräch mit ihm, in dem Sie ihn auffordern, seinen Aufgaben nachzukommen.

Setzen Sie Ihren Arbeitgeber mithilfe Ihrer Mitbestimmungsrechte unter Druck

Bringt eine entsprechende Aufforderung nichts, können Sie Ihre Mitbestimmungsrechte nutzen, um Ihren Arbeitgeber unter Druck zu setzen. Denn nach § 98 BetrVG haben Sie bei der Durchführung betrieblicher Bildungsmaßnahmen ein Mitbestimmungsrecht. Dieses erlaubt Ihnen als Betriebsrat, der Bestellung eines Ausbilders zu widersprechen (§ 98 Abs. 2 BetrVG). Zudem können Sie dessen Abberufung verlangen, wenn Sie der Meinung sind, dass er die persönliche oder fachliche, vor allem auch berufs- und arbeitspädagogische Eignung als Ausbilder nicht besitzt.

Tipp: Ausbildereignungsprüfung fordern

Setzen Sie sich dafür ein, dass die in Ihrem Betrieb tätigen Ausbilder eine erfolgreiche Teilnahme an der Ausbildereignungsprüfung nachweisen. Denn diese Personen haben sich zumindest schon einmal damit auseinandergesetzt, wie eine Ausbildung durchgeführt wird.

9 Tipps, mit denen Sie von Anfang an für gute Stimmung sorgen

1.  Onboarding: Ihr Arbeitgeber führt am ersten Tag ein Orientierungsgespräch mit den Auszubildenden. Hier erhalten sie einen kurzen Überblick über das Unternehmen und die Firmenphilosophie.

2.  Einzelgespräche: Im Anschluss spricht Ihr Arbeitgeber mit jedem Auszubildenden einzeln über die jeweiligen Aufgaben, die diesen erwarten.

3.  Bedeutung der Person und ihrer Leistung: Den Auszubildenden wird die Bedeutung ihrer Arbeit für das Unternehmen erläutert.

4.  Angemessene erste Aufgabe: Die erste Aufgabe sollte einen Auszubildenden weder unter- noch überfordern.

5.  Programm: Es liegt jeweils ein schriftliches Programm

für die Auszubildenden der verschiedenen Bereiche vor.

6. Feedback-Gespräch: Für jeden Einarbeitungsschritt ist ein Feedback-Gespräch vorgesehen.

7. Vorstellung des Betriebsrats: Auch Sie als Betriebsrat bekommen Gelegenheit, sich den Auszubildenden persönlich vorzustellen. Klären Sie sie dabei über Ihre Arbeit und die der Jugend- und Auszubildendenvertretung auf.

8.  Mentoren: Die Auszubildenden bekommen zudem einen Mentor gestellt.

9.  Informationsblatt: Entwickeln Sie gemeinsam mit dem Arbeitgeber ein Informationsblatt, in dem Sie die neuen Auszubildenden über die wichtigsten Ansprechpartner informieren.

§ 98 Abs. 2 BetrVG

Der Betriebsrat kann der Bestellung einer mit der Durchführung der betrieblichen Berufsbildung beauftragten Person widersprechen oder ihre Abberufung verlangen, wenn diese die persönliche oder fachliche, insbesondere die berufs- und arbeitspädagogische Eignung im Sinne des Berufsbildungsgesetzes nicht besitzt oder ihre Aufgaben vernachlässigt.

Setzen Sie sich jetzt für die Übernahme von Auszubildenden ein

Ausbildungsverträge sind nach §§ 10, 21 Berufsbildungsgesetz (BBiG) zeitlich befristet. Folge dessen ist immer häufiger, dass ausgelernte Auszubildende nicht in ein unbefristetes Beschäftigungsverhältnis übernommen werden. Hier sollten Sie als Betriebsrat gegensteuern.

§ 21 BBiG

Das Berufsausbildungsverhältnis endet mit dem Ablauf der Ausbildungsdauer. Im Falle der Stufenausbildung endet es mit Ablauf der letzten Stufe.

Übernahme von Auszubildenden ist wichtig für die jungen Menschen und Ihren Arbeitgeber

Gerade jetzt während der immer noch anhaltenden Coronapandemie ist die Übernahme der jungen Ausgelernten besonders wichtig. Schließlich ist die Lage am Arbeitsmarkt für alle nach wie vor schwierig. Je weniger Berufserfahrung man hat, desto schwieriger wird es, einen neuen Arbeitsplatz zu finden. Als Betriebsrat sollten Sie versuchen, das zu verhindern. Und zwar einerseits, weil Sie dadurch dafür sorgen, dass den jungen Ausgelernten eine Perspektive geboten wird. Andererseits, weil es im Hinblick auf die demografische Entwicklung klug von Ihrem Arbeitgeber ist, gut ausgebildete Kräfte jetzt zu binden.

Prüfen Sie Beschäftigungslage und Personalplanung

Prüfen Sie am besten rechtzeitig vor dem Ende der Ausbildungszeit, wie sich die wirtschaftliche Situation und die Beschäftigungslage in Ihrem Betrieb darstellen. Werfen Sie einen Blick auf die Personalplanungsdaten, Überstundenentwicklung und etwaige Rationalisierungsmaßnahmen.

Tipp:  Ihr Arbeitgeber muss Sie über den Personalbedarf informieren

Nach § 92 Abs. 1 Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG) muss Ihr Arbeitgeber Sie über den aktuellen und zukünftigen Personalbedarf sowie die sich daraus ergebenden Maßnahmen umfassend unterrichten. Das gilt auch im Hinblick auf die Auszubildenden. Sie können zudem selbst Vorschläge für Maßnahmen und ihre Durchführung machen. Machen Sie die Übernahme Ihrer jungen Kollegen zum integralen Bestandteil einer Gesamtstrategie, um die Beschäftigung und Qualifikation zu sichern.

Notfalls auf befristeten Arbeitsvertrag setzen

Will Ihr Arbeitgeber einen Kollegen, der ausgelernt hat, nicht in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis übernehmen und hat er dafür gute Gründe, sind Sie auch gefragt. In diesem Fall sollten Sie versuchen, auszuhandeln, dass er den Betroffenen zumindest für eine gewisse Zeit übernimmt, und zwar auf Basis eines befristeten Arbeitsvertrags. Das bietet Ihren jungen Kolleginnen und Kollegen zumindest die Chance, Berufserfahrung zu sammeln.

Tipp: Schließen Sie eine Betriebsvereinbarung

Am besten einigen Sie sich mit Ihrem Arbeitgeber in einer Betriebsvereinbarung auf eine generelle befristete Übernahme von Auszubildenden. Ein Muster zur Orientierung finden Sie hier.

Muster-Betriebsvereinbarung zur Übernahme von Auszubildenden:

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Muster-Schreiben eines JAV-Mitglieds wegen Weiterbeschäftigung

Die JAV-Mitglieder sind auch in Sachen Übernahme in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis bevorzugt. Wie sie ihre Ansprüche geltend machen können, lesen Sie im folgenden Muster-Schreiben.

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