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Arten der Telearbeit: In welcher Form Homeoffice angeboten werden kann

16. September 2020

Es gibt verschiedene Formen der Telearbeit. Allen ist gemein, dass der Kollege in Telearbeit ein Arbeitnehmer des Betriebs ist, der aufgrund seines Arbeitsvertrags tätig wird und an Weisungen gebunden ist. Welche unterschiedlichen Varianten der Telearbeit infrage kommen, wenn Ihr Arbeitgeber sich für Telearbeit entscheidet, lesen Sie im Folgenden.

1. Telearbeit am häuslichen Arbeitsplatz

Bei dieser Form der Telearbeit arbeitet Ihr Kollege nahezu ausschließlich von zu Hause aus. Ausgenommen von der Heimarbeit sind lediglich Tage, an denen er zu Meetings oder sonstigen Veranstaltungen in den Betrieb kommen muss. Dank moderner Informations- und Kommunikationstechnik werden betriebliche Anwesenheitszeiten immer weniger notwendig. Das hat der Lockdown während der Corona-Krise allen Arbeitgebern vor Augen geführt.

2. Alternierende Telearbeit: Betrieb - Homeoffice

Hierbei arbeitet Ihr Kollege teilweise von zu Hause aus und ist an einem oder mehreren Arbeitstagen pro Woche im Betrieb anwesend. Es handelt sich also um eine Kombination von Telearbeitsplatz und Arbeitsplatz im Betrieb. Das ist die in der Praxis am meisten genutzte Form. Meist wird in diesen Fällen der Modus „4 Tage im Betrieb“ und „1 Tag in der Woche von zu Hause aus“ durchgeführt. Es ist aber auch jede andere Kombination denkbar. E-Mails, Anrufe sowie Faxe können einfach an den Heimarbeitsplatz umgeleitet werden.

3. Mobile Telearbeit

Speziell bei Außendienstmitarbeitern wird die Form der mobilen Telearbeit genutzt. Im Gegensatz zur Telearbeitsform mit festem Arbeitsplatz im Büro und zu Hause fehlt dieses Kriterium bei der mobilen Telearbeit. Der Kollege hat im Büro oder zu Hause gar keinen festen Arbeitsplatz mehr. Der mobile Telearbeiter arbeitet vielmehr via Laptop einfach dort, wo er sich gerade befindet. Er kann mithilfe der ihm zur Verfügung stehenden Kommunikationsmittel jederzeit mit dem Arbeitgeber Kontakt aufnehmen, Daten austauschen und Aufträge erledigen. Hat der mobile Telearbeiter einen Termin im Betrieb, arbeitet er dort, wo gerade ein Platz frei ist.

4. Satellitenbüro

In diesem Fall stattet Ihr Arbeitgeber eine Zweigstelle Ihres Betriebs mit moderner Informations- und Telekommunikationstechnik aus. Dort können sich Ihre Kolleginnen und Kollegen dann zum Arbeiten einfinden. Meist sind solche dezentralen Büros in Wohnortnähe oder am Stadtrand gelegen.

5. Nachbarschaftsbüro

Beim Nachbarschaftsbüro werden Büros in Wohngebieten oder am Stadtrand eingerichtet. Telearbeiter verschiedener Arbeitgeber kommen dort zur Erledigung ihrer Arbeiten zusammen. Natürlich sind solche Büros schwieriger aufzubauen als Satellitenbüros - allein schon, weil hier mehrere Arbeitgeber unter einen Hut gebracht werden müssen. Dafür ist der Einspareffekt aber auch besonders groß.

Tipp: Empfehlen Sie die Anmietung im Bürocenter
Zieht Ihr Arbeitgeber die Einrichtung eines Nachbarschaftsbüros in Erwägung, empfehlen Sie ihm, Räume in einem speziellen Bürocenter anzumieten. Diese sind auf die besonderen Bedürfnisse von Arbeitgebern eingestellt. Sie finden individuelle Lösungen, die den jeweiligen Bedürfnissen angepasst sind. Ihrem Arbeitgeber erspart die Nutzung der Bürocenter viel Organisationsaufwand.

Art des Homeoffice muss im Einzelfall passen

Für welche Form der Telearbeit sich Ihr Arbeitgeber letztendlich entscheidet, hängt von seinen Bedürfnissen sowie den Bedürfnissen Ihrer Kollegen ab, die sich für diese Arbeitsform entscheiden. Sowohl Ihre Kollegen als auch Ihr Arbeitgeber sollten hier kompromissbereit sein. Dann können beide Parteien sicher sein, dass die Telearbeit ein voller Erfolg wird. <

Telearbeit: Nutzen Sie Ihre Mitbestimmungsrechte

Corona-bedingt arbeiten immer noch viele Arbeitnehmer aus dem Homeoffice. Das hat im Hinblick auf das Ansteckungsrisiko viele Vorteile. Allerdings hat auch die Telearbeit Nachteile. Denn häufig ist die Arbeit von zu Hause aus mit längeren Arbeitszeiten verbunden. Unterstützen Sie als Betriebsrat Kolleginnen und Kollegen grundsätzlich, die gern von zu Hause aus arbeiten würden. Sorgen Sie jedoch auch dafür, dass sie gut abgesichert werden. Am besten können Sie das tun, indem Sie eine entsprechende Betriebsvereinbarung mit Ihrem Arbeitgeber schließen.

Ziele der Vereinbarung

Ziel einer Betriebsvereinbarung sollte es sein, Rechtsklarheit zu schaffen und Auseinandersetzungen zu vermeiden. Eine solche Vereinbarung sollte alle Aspekte regeln, die im Zusammenhang mit der Telearbeit zu Auseinandersetzungen zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgeber führen können.

Im Hinblick auf Sie und Ihre Kollegen ist dabei eine Klärung der Kosten besonders wichtig. Sie sollten deshalb in einer Betriebsvereinbarung die Kostenübernahme regeln. Schließlich ist es Ihre Aufgabe, sich für bestmögliche Bedingungen für Ihre Kolleginnen und Kollegen einzusetzen, in diesem Fall, dass die durch das Homeoffice anfallenden Kosten ausgeglichen werden.

Die Höhe eines eventuellen Aufwendungsersatzes hängt dabei übrigens vom Umfang und der zeitlichen Nutzung der bereitgestellten Arbeitsmittel ab. Sorgen Sie dafür, dass Ihre Kolleginnen und Kollegen auf keinen Fall auf den Kosten sitzen bleiben.

Individuelle Vereinbarung ist sinnvoll

Da - wie bereits angeklungen - jedes Telearbeitsverhältnis sinnvollerweise individuell ausgehandelt und vereinbart wird, sollte Ihr Arbeitgeber mit an Telearbeit interessierten Kollegen zusätzlich eine gesonderte Vereinbarung schließen. Die entsprechende Regelung darf den jeweiligen Arbeitnehmer nicht schlechterstellen, als er durch die Betriebsvereinbarung gestellt ist.

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